Wilhelm Hollenberg - Schulgründer

 

Wer Wilhelm Hollenberg, der Gründer der später nach ihm benannten Hollenbergschule, Vorläufer des heutigen Gymnasiums, war, weiß man in groben Zügen. Er lebte zwischen 1853 und 1899 in Waldbröl, war Pfarrer, Schulpfleger des ehemaligen Kreises Waldbröl, zeitweilig Lehrer und Schulleiter, 1873–1876 Abgeordneter des preußischen Landtags, ab 1886/1887 Superintendent der Aggersynode, Mitbegründer der Krankenhausgesellschaft und Mitinitiator zahlreicher Unternehmungen vor Ort.

Weniger weiß man über die Lebenszeit, die vorausging. Lassen wir daher den Gründer der Bürgerschule, auch Rektoratschule, später Hollenbergschule genannt, über diese Jahre selber zu Wort kommen. Er schildert in der Ev. Pfarrchronik seines Wirkungsortes die Anfänge wie folgt:

 

Was die früheren Verhältnisse des Unterzeichneten betrifft, so ist derselbe den 11. September 1820 von den Eltern Johann Hollenberg und Cath. Kocks zu Mülheim an der Ruhr geboren. Seine Gymnasialstudienzeit verbrachte er in Duisburg, das er am 11 .September 1840 verließ, um zur Universität abzugehen. Die erste Hälfte des Trienniums [dreijährige Ausbildung] wurde in Halle, die andere in Berlin und Bonn verlebt .Besondere Anregung verdankt er außer dem damaligen Dir. Landfermann den Professoren Erdmann und Tholuck zu Halle u. Nitsch zu Bonn.

Nach Absolvierung der einjährigen Dienstzeit zu Düsseldorf und der beiden theologischen Examina zu Coblenz wurde der Candidat nach kurzem Vikariate in Düsselthal zum Lehrer an der Luisenschule zu Düsseldorf berufen. Einmal der pädagogischen Praxis zugewandt, die ihm der sechswöchentliche Seminarkursus zu Neuwied im Frühling 1845 näher gerückt hatte, ließ er sich gern darauf ein , im Herbst 1846 nach einem einjährigen Aufenthalt an einer höheren Töchterschule eine Stelle an der höheren Bürgerschule zu Bourscheid anzunehmen : Mai 1848 wurde er Pfarrverweser in Schlebusch , August ej.a. [ejusdem anni - desselben Jahres] Hülfsprediger in Hückeswagen , Dec. 1850 Feldprediger in Coblenz und März 1851 2ter Pfarrer zu Bourscheid, das er den 6. Februar 1853 verließ, um die Pfarrstelle an der hiesigen Gemeinde anzunehmen.

 

Über seine Tätigkeit als Pfarrer, Schulpfleger des ehemaligen Kreises Waldbröl, Lehrer, Abgeordneter des preußischen Landtags unterrichtet u.a. der Aufsatz von J. Fach , ehemals Superintendent, erschienen in den Hausmitteilungen 1961 des heutigen Gymnasiums mit dem Titel “ Die Hollenbergschule“. Das Heft erschien in jenem Jahr aus Anlass des 100 jährigen Bestehens der Schule .